Auszeit denkt

Auszeit denkt

Ein Spiegelbild unseres Konsumverhaltens

Gedanken zu nachhaltiger Kleidung

Dank großer Fillialisten gibt es z. B. schicke Pullis für 30-40 Euro, die Qualität nicht zwingend für langes Leben angelegt und weil es sie gibt, findet`s jeder normal - ist es aber nicht.

 

Es funktioniert, weil die Rohstoffe und Waren meist kreuz und quer in großen Mengen um den Globus gekarrt werden. Billige Stoffherstellung und -färbung, im billigsten Lohnland genäht und dann in den Handel.

 

Wir finden diese Transportwege ökologisch gesehen irrsinnig und oft ist fraglich, unter welchen Bedingungen diese Kleidung entsteht, vor allem wenn man bedenkt, wie viel Arbeit in ihrer Herstellung steckt.

Es gibt Kritik an der Textilindustrie und man gelobt Besserung; nur wir sind inzwischen der Meinung, es ist nahezu unmöglich die komplette Produktionskette bei einem multinationalen Ablauf vollständig in jeder Hinsicht zu kontrollieren. 

 

Wir finden, man sollte sich grds. von der Vorstellung verabschieden, dass Kleidung ständig günstig verfügbar ist. Was beim Essen inzwischen stattfindet, ein Hinterfragen von Erzeugung & Preisen hinkt bei Textilien leider noch. Hoffnung macht uns die Fashion Revolution, zu der wir gerne einen Teil beitragen möchten.                                                                       

 

Umgang mit und Wertschätzung von Textilien 

 

Insgesamt werden einfach zu viele Textilien produziert und zu schnell wieder weggeschmissen. Andererseits - wer lernt heute noch nähen und kann nachvollziehen, wie viel Arbeit in der Entwicklung/Herstellung eines schönen Kleidungsstücks oder Stoffes liegt? Was ständig in großen Mengen verfügbar ist und niemand jemals selbst gemacht hat, wird leider oft zu wenig wertgeschätzt.

Wir kommen zu dem Schluss, dass gute, hochwertige Textilien zu den Preisen, wie sie im Einzelhandel angeboten werden nicht unter fairen und nachhaltigen Bedingungen hergestellt werden können. Und wer den Ablauf einer Textilproduktion nicht selbst durchlebt hat und hinter die Kulissen schaut, kann das auch schwer nachvollziehen.

      

"Kauft weniger, wählt gut aus"

Vivien Westwood 

 

Kleinere, individuelle Labels

 

Gibts nicht mehr so oft - oder kommt uns das nur so vor? Nein -  inzwischen sehen wir auch warum. Es gibt einfach viel zu viele Anbieter auf dem Markt, andererseits ist es für kleine Labels heute oft nicht mehr möglich dauerhaft finanziell zu existieren bzw. davon zu leben. Produzenten von Stoff und Konfektion liefern oft nur große Mengen, was für kleine Labels anfangs nicht sinnvoll oder stemmbar ist.

 

Der Einzelhandel beäugt Neulinge skeptisch und drückt Preise und Konditionen. Auf den Einkaufspreis kommt i. D. R. eine Marge von 260%-300% oder mehr. Ob das immer gerechtfertigt ist wollen wir nicht bewerten. Die Gegenfrage dazu, was darf Kleidung in der Herstellung kosten, dass der Lieferant oder Designer auch noch etwas verdient und ein Endpreis rauskommt, der beim Kunden im Einzelhandel akzeptabel ist?

 

Beim Direktvertrieb muss die Zielgruppe erreicht werden und ohne Onlineshop geht`s heute nicht mehr. Das kostet Zeit, Geld und steht in Konkurrenz mit großen, gut aufgestellten Anbietern. Andererseist kann das Netz auch eine Chance für Neues und anderes sein, wenn die Verbraucher auch hinterfragen und mitmachen. Eine faire und textile Vielfalt ist möglich, wenn sich die Einstellung zu Kleidung und Preisen grundlegend ändert.